Historische Kampfkünste in Europa

Historical martial arts in EuropeWährend man die asiatischen “Martial Arts” heute in fast jedem Fitnessstudio in Deutschland lernen kann, ist vom Ruhm der deutschen Fechtschule wenig übrig geblieben. Dabei hatten sich in Europa zwischen dem 13. Jahrhundert und dem 17. Jahrhundert durchaus eigenen Kampfstiele entwickelt, die immerhin fast 400 Jahre tonangebend waren.

Im Mittelpunkt stand dabei das Fechten. Schon um 1300 herum wurden von so genannten Fecht- oder Schirmmeistern Bücher herausgegeben, die als Lehrmaterial für Fechtschulen dienten. Hierbei wurden aber auch Techniken gelernt, die der mittelalterliche Soldat im Felde nutzen konnte. So standen Lanzenstechen, Schwertkampf, Kampf mit dem kurzen Schwert und dem Messer sowie Ringen auf dem Programm.

Wir wissen heute nur aus einigen überlieferten Büchern, wie man im Mittelalter gekämpft hat. Bilder geben zumindest Aufschluss über Grundstellungen im Kampf und über Fechtabfolgen. Allerdings hatte das Fechten damals wenig mit dem zu tun, was wir heute aus olympischen Wettbewerben kennen. Das heutige Fechten hat seine Ursprünge in Italien und Frankreich.

Übrigens hat kein geringerer als der große Albrecht Dürer ebenfalls ein Fechtbuch herausgegeben, oder zumindest ein Manuskript verfasst. Es sind 200 Pergamentzeichnungen von Fechtern überliefert, es ist aber unklar, ob dies eine Auftragsarbeit war oder ein eigenes Buch werden sollte.

Eines der Standardwerke stammt von Johannes Lecküchner und hat den Titel ” Das ist herr hannsen Lecküchner von Nurenberg künst vnd zedel ym messer”, was soviel bedeutet wie “Das ist das Buch von Herrn Hans von Lecküchner aus Nürnberg über die Kunst des Schwerts und Messers”. In 400 Abbildungen und ausführlichen Textbeispiel werden Techniken wie der Zornhau, der Geferhau oder das Überlaufen erläutert. Fabian von Auerswald verfasste hingegen ein berühmtes Ringbuch “Ringkunst: fünff und achtzig stücke”. Auch hier wird in detaillierten Zeichnungen gezeigt, welche Ringergriffe es gibt und wie man sich den Gegner zurechtstellen muss. Leider sind die meisten dieser Techniken in Vergessenheit geraten und durch andere Schulen ersetzt worden. Einige Fecht- und Ringnostalgiker versuchen dennoch immer wieder einige Techniken zu rekonstruieren.

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