Der ehrenvolle Titel des Schirmmeisters

The honorable title of the patronMan mag bei dem Begriff Schirmmeister daran denken, dass jemand vielleicht den Schirm für Adlige und hochgestellte Persönlichkeiten getragen hat oder aber vielleicht selbst Schirme herstellte. Tatsächlich aber hat der Begriff mit Schirmen nichts zu tun. Er bezeichnet einen Lehrer des Schwertkampfes und des Fechtens.

Die Ursprünge des Begriffs liegen im alten Wort Skirma, was der germanische Begriff für den Kampf mit Schwert und Schild war. Mit der Völkerwanderung verbreitete sich auch das Wort Skirmen in ganz Europa und stand bald für die Ausbildung in der Kunst des Fechtens und Schwertkämpfens.

Ein Gedicht aus dem Jahr 1230, das Gudrunlied, spricht bereits von vier verschiedenen Schirmschlägen. Auch im Nibelungenlied werden Schirmmeister erwähnt, die systematisch Fechten und Kämpfen unterrichteten.

Ein Buch aus dem 13. Jahrhundert zeigt auch Abbildungen von Kämpfern, in diesem Fall übrigens Mönchen. Es ist aber ein Lehrbuch, verschiedene Kampfpositionen und -abfolgen sind sogar nummeriert. Das sogenannte Towerfechtbuch aus Süddeutschland gilt als älteste Quelle des Fechtens.

Johannes Liechtenauer gilt als der ältere bekannte Schirmmeister. Bereits von 1389 gibt es Aufzeichnungen über seine Lehre. Er beschrieb zum Beispiel, wie man mit einem zweihändig geführten Schwert als Fußsoldat kämpfen musste. Aber es wurde auch erklärt, wie das kurze Schwert zu handhaben ist, vor allem, wenn man auch noch eine Rüstung anhat, und zwar sowohl zu Fuß als auch auf dem Pferd. Andere beschrieben Techniken beschäftigen sich mit dem Messerkampf und dem Ringen. Denn im Mittelalter war es auch wichtig zu wissen, wie man ohne Waffen kämpfen musste. Ein weiteres Werk wurde von Johannes Lecküchner um 1480 verfasst. Seine Lehre, die in der Tradition Liechtenauers stand, ildete unter anderem die Grundlage der Deutschen Fechtschule, die bis ins 17. Jahrhundert reichte. Das Buch wurde oft kopiert und war mit 400 Abbildungen eines der umfangreichsten Fechtlehrbücher des Mittelalters.

Die Bücher waren nicht für die Soldaten selbst gemacht, sonder vor allem für andere Schirmmeister, die dann die Lehre weitergaben.

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